Der Ort Hochdorf ist 1161 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, eine Erkenntnis, die wir Eduard Theiner, dem ehemaligen Archivar der Stadt Remseck verdanken. Die Urkunde (siehe Bild) liegt heute im Generalllandesarchiv in Karlsruhe. Auf diesem Bild kann man die Nennung Hochdorfs und die Jahreszahl leicht erkennen. Die Transskription des lateinischen Textes finden Sie hier. Ganz unten im Ortsindex dieses Online-Dokuments sieht man auch die eindeutige Zuordnung der Urkunde zu "Hochdorf, Remseck am Neckar, LB".
Unten kann man neben dem Monogramm in Großbuchstaben den Hauptunterzeichner lesen: Signum domni Friderici, Romanorum imperatoris invictissimi. Rechts seitwärts ist unter dem Monogramm ein rundes, links beschädigtes Majestätssiegel aufgedrückt, mit einer schönen Zeichnung des sitzenden Kaisers. Die Umschrift des Siegels setzt sich so zusammen: FREDERICus. DEI. GRatiA. ROMANORum IMPERATOR. AVGustuS. (Das Wort "imperator" ist herausgebrochen.)
Nicht sicher ist, ob sich die Nennung in einer Schenkungsurkunde 779 auf unser Hochdorf oder auf Eberdingen-Hochdorf bezieht. Der für das 12.-15. Jahrhundert bezeugte Ortsadel gehört zur weitverzweigten Ministerialenfamilie von Owen. Der Öhringer Stiftsherr Fritz v. Hochdorf verkaufte 1345 die Hochdorfer Burg mit allem Zubehör an Werner Nothaft. Die Nothaft konnten jedoch gegenüber der die Rechtsstellung freier Bauern anstrebenden Einwohnerschaft und gegenüber Württemberg ihre gerichtsherrlichen Ansprüche nicht durchsetzen. 1513 veräußerte Jörg Nothaft Hochdorf an seinen Schwiegersohn Jakob von Bernhausen, von dessen Kindern das Dorf an die Esslinger Familie Holdermann von Holderstein gelangte. Nach der Rückerwerbung gelang es den Nothaft 1609, auch die württembergischen Rechte in Hochdorf an sich zu bringen. Hochdorf bildete ab da einen Bestandteil der Herrschaft Hochberg.
Die mittelalterliche Burg wurde von den Nothaft bereits im 15. Jahrhundert (vor 1440) abgetragen. An ihrer Stelle begann Jakob von Bernhausen mit dem Bau des bis heute erhaltenen Renaissanceschlosses, das 1612 von dem berühmten Landesbaumeister Heinrich Schickhardt teilweise umgestaltet wurde.
Ausführlich dargestellt wird die Ortsgeschichte in Band 16 der heimatkundlichen Schriftenreihe der Stadt Remseck, erschienen im März 2011 und über das Pfarramt erwerbbar.